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27.08.2018

Trinkwasserversorgung Rhein-Main-Region gestärkt: Teilstück der zweiten Riedleitung in Betrieb gegangen

Verlegung der Leitung DN 1000 im verbauten Graben mit beidseitiger Fallnahtschweißung

Seit Juli 2017 wurde die Verlegung von 4 km Trinkwasserfernleitung DN 1000 rund um Rüsselsheim (Hessen) von der Lahmeyer Hydroprojekt GmbH im Auftrag der Hessenwasser GmbH & Co. KG betreut. Die nach dem Hessischen Ried als Grundwassergewinnungsregion benannte Riedleitung gilt als „Hauptschlagader“ für die Wasserversorgung der Metropolregion Frankfurt/Rhein-Main, da bis zu 40 % des täglichen Trinkwasserbedarfs des Ballungsraums durch diese Leitung fließen (siehe auch report Nr. 67).

Die Leitung ist das erste Teilstück einer neu zu verlegenden Parallelleitung zur bestehenden Spannbetonleitung. Gründe für die neue Verlegung waren hauptsächlich die Sicherheit im Anlagenbestand durch Redundanz und damit auch Schaffung von Sanierungsmöglichkeiten der Altleitung und Energieeinsparungendurch hydraulische Optimierung.

Der erste Bauabschnitt verläuft von der Druckerhöhungsanlage Haßloch in Rüsselsheim bis nach Raunheim. Die neue Leitung DN 1000, PN 16 dieses Abschnittes wurde unlängst fertig gestellt und ist am 22.08.2018 nach positivem Ergebnis der Druckprüfung und der hygienischen Unbedenklichkeitsbescheinigung nach mehreren zufriedenstellenden Beprobungen in Betrieb gegangen.

Der Abschluss des Projekts wird im Herbst 2018 erfolgen. Bis dahin sind noch geringfügige Erdarbeiten (Wiederherstellung der Trasse), Korrosionsschutzarbeiten und kleine Rohrverlegungen im Bereich der Druckerhöhungsanlage sowie Restarbeiten an allen Bauwerken zu erledigen.

Die Rohrleitung ist ein unterpulverspiralnahtgeschweißtes Stahlrohr DIN EN 10224 - L235 der Größe 1016 x 12,5 mit einer Zementmörtelauskleidung nach DIN EN 10298 in Verbindung mit DVGW W 347 und einer Polyethylen-(PE)-Umhüllung nach DIN 30670. Zusätzlich zur äußeren passiven Korrosionsschutzschicht, die das Rohr ebenfalls gegen mechanische Einflüsse schützt, wird ein kathodisches Korrosionsschutzsystem als aktives Schutzsystem eingebaut. Für die Leitung wurden typische Entleerungs- und Entlüftungsschächte anden Hoch- und Tiefpunkten erstellt. An den vorhandenen Bauwerken wurde in Flanschbauweise angeschlossen. Besonderheiten waren die Querung der BAB A 67 im vorhandenen Tunnelbauwerk und die Durchörterung des Dammes der vierstreifigen B 486 mit einem durchpressten Hüllrohr DN 1200.

Die Betreuung der Baustelle erfolgt im Rahmen der Bauoberleitung durch den Geschäftsbereich Bad Vilbel. Zusätzlich wurde zur Einhaltung der Regeln im bauaufsichtlich zugelassenen Trinkwasser- Druckrohrleitungsbereich des DVGW, im Speziellen des Merkblattes GW 350 in Verbindung mit W 400-2, eine schweißtechnische Fachbauüberwachung vom Geschäftsbereich Dresden ausgeführt. Dabei wurden u. a. kontrolliert: Vorhandensein erforderlicher Qualitätsunterlagen der Betriebe, Werkplanunterlagen, Schweißanweisungen, Kontrolle eingesetzter Materialien durch zugehörige Lieferscheine, Einstempelungen und Materialzertifikate, Kontrolle eingesetzter Schweißer, Werkzeuge und Schweißzusatzwerkstoffe, Kontrolle der Schweißmöglichkeiten im Graben und der Schweißarbeiten in jedem Stadium: Sichtprüfung der Nahtvorbereitung, Wurzellagen, Zwischenlagen und Decklagen, Kontrolle der Nachbehandlung, Oberflächenbearbeitung und der Nachumhüllungen außen und innen, Kontrolle der hygienischen Belange, Kontrolle der Rissweiten der Zementmörtelauskleidung, Kontrolle der übergebenen Dokumentationen der zerstörungsfreien Prüfungen und weiterer QS-Unterlagen.

In diesem wasserwirtschaftlich bedeutsamen Projekt ist allen am Bau Beteiligten für die erbrachten Leistungen, gefällten Entscheidungen und für den respektvollen Umgang bis zum Erreichen des erfolgreichen Meilensteins „Inbetriebnahme Parallelleitung DN 1000“ herzlich zu danken.
Martin Stärker – Dresden