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09.07.2018

Sturmflutschutz auf der Insel Borkum

Die Stadt Borkum hat mit der Bundesanstalt für Immobilienangelegenheiten (BIMA) eine Grundsatzvereinbarung zur mittelfristigen Übergabe der Hochwasserschutzanlagen im Bereich der ehemaligen Marineanlage getroffen. Infolgedessen sind die Hochwasserschutzanlagen zu überplanen und zu sanieren.

Die Lahmeyer Hydroprojekt GmbH (LHP) wurde im Dezember 2016 vom Staatlichen Baumanagement Ems-Weser Wilhelmshaven mit der Planung für die Sanierung der Hochwasserschutzanlage beauftragt.

Die Maßnahme erstreckt sich über eine Gesamtlänge von ca. 2,5 km, bestehend aus zwei Abschnitten, einem 1,4 km langen Asphaltdeich („Schwarzer Deich“) und einer 1,1 km langen Flutschutzmauer, die aus vor Ort betonierten Winkelstützwänden besteht.

Im ersten Schritt wurde im Sommer 2017 die lokale Betoninstandsetzung, hauptsächlich waren Vertikalrisse zu sanieren, für die bestehende Hochwasserschutzwand durchgeführt. Großflächige Betoninstandsetzungen waren für die HWS-Wand nicht notwendig. Als weitere Teilmaßnahme wurde der vorhandene Zaun auf der HWS-Wand zurückgebaut und im Bereich des Bundeswehrgeländes teilweise neu errichtet.

Im zweiten Schritt erfolgt der Ersatzneubau der fünf vorhandenen Schartanlagen in der Flutschutzmauer sowie die Ausrüstung der Schartanlagen mit manuell bedienbaren Flutschutztoren als erste, und Dammbalken als zweite Sicherungsebene (Not- und Revisionsverschluss). Die Bauarbeiten sollen in der hochwasserfreien Zeit im Sommer 2018 erfolgen.

Der dritte Bauabschnitt betrifft die Sanierung des vorhandenen Asphaltdeiches. Dazu sollen die oberen Asphaltschichten ausgebaut und durch neuen Asphalt ersetzt werden. Da diese Variante aufgrund des schlechten Zustandes der darunterliegenden Asphaltschichten enorme Risiken für den Auftraggeber darstellen, ist LHP durch den Auftraggeber aufgefordert worden, eine Variante mit Verkalitsteinen zu prüfen. Zusätzlich ist der Deichkörper auf eventuelle Hohlstellen und Risse zu untersuchen, die im Zuge der Arbei ten verpresst werden. Zur Deichsanierung gehören ebenfalls fünf Siele inklusive der seeseitigen Auslaufbauwerke.

Als besondere Herausforderung für die Deichinstandsetzung gilt das Zusammenspiel der Einschränkungen durch die Sturmflutzeit, die Saisonzeit der ansässigen Jugend herberge sowie die Vogelbrutzeiten im EU-Vogelschutzgebiet Niedersächsisches Wattenmeer. Aufgrund der Nähe zum Nationalpark Wattenmeer hat der Auftraggeber in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde eine ökologische Baubegleitung angeordnet. Die Bauarbeiten sollen Ende 2019 abgeschlossen sein.
Jennifer Robinson – Hamburg