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27.04.2019

Stauraumsysteme in der Ortentwässerung

Dreistrangiger Stauraumkanal DN 1500 in Isseroda

In der Zuständigkeit des Kommunalservice Weimar als Eigenbetrieb der Stadt Weimar liegen die Belange der öffentlichen Abwasserbeseitigung des Ortsteiles Legefeld sowie der Gemeinde Isseroda. Im seinem Auftrag plante Tractebel Hydroprojekt GmbH auf der Basis von Voruntersuchungen für beide Ortsnetze unterirdische Stauraumsysteme und begleitete als Bauüberwacher deren Fertigstellung.

Für Legefeld wurde zur Kapazitätserweiterung der Schmutzwasserüberleitung zur Kläranlage Weimar-Tiefurt ein Ersatzneubau der Abwasserpumpstation (AWPS) erforderlich. Die vorhandene Abwasserdruckleitung sollte erhalten bleiben und stellte damit den mengen limitierenden Faktor dar, so dass ein unterirdischer Stauraum zum Schmutzwasser-Rückhalt der AWPS vorgeschaltet wurde. Die Planung beinhaltete zudem ein Abwasserhebewerk und den Hochbauteil der AWPS. Der Stauraumkanal besteht aus einem 75 m langen GFK-Rohr, DN 2400 und hat ein Rückhaltevolumen von 185 m³.

Die Steinfangschächte DN 3000 sind ebenfalls in GFK ausgebildet. In Isseroda war ein Teilstrang der Regenwasserableitung um zuschließen und kapazitiv zu erweitern. Die behördliche Vorgabe bedingte eine Drosselung der Regenwasser-Einleitung in den Vorfluter zum Utzberger Bach, so dass Stauraumvolumen zur Zwischenspeicherung des Regenwassers geschaffen werden musste. Aufgrund der begrenzten Flächenverfügbarkeit wurde auch hier ein unterirdisches Stauraumsystem entworfen, welches als mehrstrangiges Durchlaufbecken in den vorhandenen Straßenkörper verlegt wurde. Der Stauraumkanal besteht hier aus drei 75 m langen Strängen GFKRohr, DN 1500 und hat ein Rückhaltevolumen von 375 m³. Der Drosselschacht DN 2000 mit Wirbeldrossel und der Notüberlaufschacht DN 3000 sind ebenfalls in GFK ausgebildet. Weiterhin wurde ein Regenwasserkanal DN 700 auf ca. 245 m erneuert.

Zusammenfassend kann man sagen, dass GFK-Systeme optimale Freiheiten zur planerischen Einpassung in vorhandene Strukturen und bei begrenzten Platzverhältnissen sowie bei der Gestaltung der einzelnen Baukörper bieten. Bei entsprechender Taktung von Lieferung und Bauablauf erlaubt das Material GFK auch bei großformatigen Bauteilen eine hohe Verlegegeschwindigkeit und damit kurze Bauzeiten.

Holger Michael – Weimar