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18.12.2018

Schutz der Stadt Dietfurt vor Hochwasser

Übersichtslageplan

Der Freistaat Bayern, vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Regensburg, plant, die Stadt Dietfurt an der Altmühl vor Hochwasser zu schützen. Hierfür hat die Lahmeyer Hydroprojekt GmbH den Auftrag für die Planung des Hochwasserschutzes erhalten.

Die Stadt Dietfurt a. d. Altmühl liegt im Landkreis Neumarkt i. d. OPf. an der Mündung der Weißen Laber in die Altmühl und soll wirksam gegen Hochwassergefahren geschützt werden, die von den Hochwasserereignissen der Weißen Laber ausgehen. Durch die gewässernahe Bebauung, verbunden mit dem ebenen Gelände im Talkessel, besteht ein hohes Hochwassergefahrenpotential für den Stadtbereich von Dietfurt. Bei einem hundertjährlichen Hochwasserereignis ist mehr als ein Drittel aller Gebäude Dietfurts von Überflutungen betroffen. Der historische Stadtkern wäre bis zu 0,5 m hoch überflutet. Daher ist das Ziel der Vorplanung eine konzeptionelle Entwicklung von Schutzmaßnahmen zum baulichen Schutz der Stadt Dietfurt a. d. Altmühl vor Hochwasser vom Ausmaß eines HQ100 + 15 % Klimazuschlag.

Aufbauend auf den Ergebnissen einer Machbarkeitsstudie im Rahmen einer Diplomarbeit wurden für den Hochwasserschutz in Dietfurt drei grundsätzliche Alternativen im Rahmen einer Vorplanung genauer untersucht:  gesteuerter Hochwasserrückhalt oberhalb der Stadt Dietfurt Flutmulde außerhalb der Bebauung östlich von Dietfurt (mit zwei Untervarianten) innerörtlicher technischer Hochwasserschutz an der Außenlaber und Stadtlaber. Bei der Alternative mit Hochwasserrückhaltebecken wären im Labertal zahlreiche Schutzgebiete (Naturpark, Landschaftsschutzgebiet, FFH-Gebiet, Vogelschutzgebiet) wegen des sehr hohen Flächenbedarfs massiv betroffen. Deshalb werden die besonders großen Eingriffe in den Naturraum und die Landschaft naturschutzfachlich als nicht ausgleichbar eingeschätzt. Zudem weisen die im Vergleich zu den anderen Alternativen extrem hoch geschätzten Kosten für den Hochwasserrückhalt die Variante als wirtschaftlich nicht tragfähig aus. Auch die Kombination von Rückhalt mit anderen Alternativen stellte sich als durchgehend kostenintensiver heraus. Daher wird ein Hochwasserrückhalt aus wirtschaftlichen und naturschutzfachlichen Gründen als nicht realisierbar eingestuft und nicht weiter verfolgt.

In einem detaillierten Punkteranking der verbleibenden Lösungen des innerörtlichen Hochwasserschutzes an der Außenlaber und der beiden Untervarianten einer Flutmulde Ost nach einem umfassenden Kriterienkatalog stellte sich die Flutmulde Ost Variante B als Vorzugslösung mit der höchsten Punktzahl heraus. Diese Variante mit einem Querdeich oberhalb der Stadt Dietfurt, einem Drosselbauwerk an der Laber und einer 2,3 km langen Flutmulde, die zwei Staatsstraßen kreuzt bevor sie in den Main-Donau-Kanal mündet, wird zur Ausarbeitung für die als nächstes anstehende Entwurfsplanung empfohlen. Derzeit finden hierzu Informationsveranstaltungen für den Stadtrat, die betroffenen Grundstückseigentümer und alle Bürger der Stadt Dietfurt statt.

Stefan Reil – München