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31.03.2022

Sanierung Retentionsraum Oberfüllbruch – Planfeststellungsunterlage eingereicht

Pfinzentlastungskanal mit zukünftiger Lage Einlaufbauwerk (Quelle: TU Dresden)

Im November 2021 wurde durch das Land Baden-Württemberg, vertreten durch den Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe, der Antrag auf Planfeststellung zur Sanierung des Retentionsraums Oberfüllbruch bei der Stadt Karlsruhe eingereicht.

Der westlich der Autobahn A 5 im Norden der Stadt Karlsruhe liegende Retentionsraum dient dem Rückhalt von Hochwasser aus dem Pfinzentlastungskanal. Die nun fertiggestellte und vorgelegte Planung zu seiner Sanierung wird durch die Planfeststellungsbehörde der Stadt Karlsruhe geprüft.

Wesentliche Bausteine der Planung sind der Neubau eines kombinierten Einlauf­ und Entleerungs­ bauwerks als Ersatz für die 800 Meter lange Einlauf­scharte im Damm des Pfinzentlastungskanals und die Sanierung der, den Retentionsraum begrenzen­den, bestehenden Dämme auf einer Länge von circa 3,7 Kilometer. Weitere geplante Maßnahmen sind der Ersatzneubau des Auslaufbauwerks im Norden des Re­tentionsraumes, die Tieferlegung zweier Wege, über die der Retentionsraum im Einsatzfall befüllt wird und die Geländeaufhöhungen am Gießbach.

Mit dem Neubau des Einlaufbauwerkes als gesteuertes Schlauchwehr wird nach Umsetzung der Maßnahme eine gesteuerte Befüllung des Retentionsraums und da­mit eine optimierte Nutzung des zur Verfügung stehen­den Retentionsvolumens möglich sein und somit der Schutzgrad der Anlage maßgeblich erhöht.

Die Planung der Ingenieurbauwerke erfolgte in enger Zusammenarbeit mit der naturschutzfachlichen Planung. Im Planungsprozess wurden vielfältige Möglichkeiten zur Minimierung der Eingriffe erarbeitet und intensiv im hierfür eingerichteten Projektbegleit­kreis diskutiert, so dass mit der eingereichten Unterlage der wertvolle Galeriewald entlang der Pfinz sowie um­fangreiche Baumbestände im Retentionsraum erhalten werden können. Nicht vermeidbare Eingriffe werden durch Kompensationsmaßnahmen ausgeglichen. So ist zum Beispiel vorgesehen, Brutkästen für Fledermäuse aufzuhängen und weitere Flächen naturschutzfachlich aufzuwerten.

Zwischenzeitlich wurde auch der begleitende physikali­sche Modellversuch (siehe report 78) abgeschlossen. Gemäß Einschätzung des Auftraggebers ist mit einem Baubeginn nicht vor 2023 zu rechnen.

Matthias Höhne - Freiburg i. Br.

Pfinzentlastungskanal mit geplantem Einlaufbauwerk (Quelle: TU Dresden)