Banner
10.06.2020

Neubau einer Wasserkraftanlage am Wehr Türkheim

Wehr Türkheim und Ausleitung Langweidbach (© Bayerische Landeskraftwerke GmbH)

Im September 2019 wurde die Tractebel Hydroprojekt GmbH (THP) durch die Bayerische Landeskraftwerke GmbH (LaKW) mit den Planungsleistungen für den Neubau einer Wasserkraftanlage am bestehenden Wehr Türkheim an der Wertach im Landkreis Unterallgäu beauftragt.

Mit der Wasserkraftanlage soll die Fallhöhe von bis zu ca. 7,0 m und ein Ausbaudurchfluss von 14 m³/s linksufrig des vorhandenen festen Wehrs zur Erzeugung erneuerbarer Energie genutzt werden, wobei hohe Anforderungen im Hinblick auf den Fischschutz zu erfüllen sind. Gleichzeitig soll die ökologische Durchgängigkeit für auf- und abwandernde Fische unter Verwendung innovativer Lösungen hergestellt werden, wobei die LaKW diesbezüglich das Wasserwirtschaftsamt Kempten als Auftraggeber vertritt. Ferner beinhaltet die Planung eine ökologische Umgestaltung des an der Wehranlage ausgeleiteten und über längere Strecken innerhalb eines künstlichen Gerinnes geführten Langweidbachs sowie eine naturnahe Gewässer- und Sohlgestaltung der Wertach im Unterwasserbereich der Wehranlage, der von Ortsansässigen gerne zur Naherholung genutzt wird.

Auf Basis einer durch die LaKW übergebenen Vorplanung sind dabei durch THP im Rahmen der ersten Leistungsstufe zunächst die Entwurfs- und Genehmigungsplanung in den Leistungsbildern Objektplanung Ingenieurbauwerke, Gebäude und Freianlagen zu erbringen. Für das Wasserkraftwerk, die kombinierte Fischauf- und -abstiegsanlage sowie die dafür erforderliche komplexe Baugrubenumschließung u. a. in Form verankerter oder ausgesteifter Bohrpfahl- und Spundwände ist daneben eine Entwurfsstatik zu erstellen. Weiterhin obliegt THP die Vorplanung der technischen Anlagen in den  erreichen Stahlwasserbau, Elektro-, Leit- und Steuertechnik sowie mit Unterstützung der Tractebel Engineering GmbH Bad Vilbel auch der Erzeugungsanlage. Die Einreichung der Genehmigungsunterlagen wird mit Jahresmitte  2020 angestrebt.

Aufgrund der hohen Sensitivität des Themas Fischschutz erfolgen die Planungen unter Begleitung und in enger Abstimmung mit dem renommierten Fischbiologen Dr. Falko Wagner vom Büro IGF Jena, mit dem THP bereits in früheren Projekten erfolgreich zusammengearbeitet hat. Durch die Entscheidung der LaKW für die Verwendung einer fischfreundlichen DIVE-Turbine sowie für eine kombinierte Fischauf- und -abstiegsanlage in Form eines doppelt ausgeführten Fischlift- oder -schleusensystems erhielt THP einmal mehr die Möglichkeit, unsere über die vergangenen Jahre beständig gewachsene Kompetenz zum Einsatz neuartiger Turbinen im Kleinwasserkraftbereich sowie zur ökologischen Durchgängigkeit unter Beweis zu stellen und zu erweitern.

Bernhard Ebner – München