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25.10.2018

Luppewehr für Hochwasserabfluss gesichert

Das Luppewehr von Unterwasser während der Funktionsprobe

Durch eine Ballastierung des Verschlusses im mittleren Wehrfeld konnte das Abflussvermögen über das Wehr erhöht werden. Das Luppewehr staut das Leipziger Elsterbecken als eines von drei Wehren. 

Als Teil des Leipziger Gewässerknotens wird es von der Flussmeisterei Leipzig der Landestalsperrenverwaltung des Freistaates Sachsen, Betrieb Elbaue/Mulde/Untere Weiße Elster, betrieben. Das Wehr ist dreifeldrig mit zwei festen Wehrschwellen und einem mittleren Wehrfeld ausgeführt. Im mittleren Feld sind eine 23 m breite Wehrklappe und ein 3 m breites unterströmtes Rollschütz verbaut. Im überströmten Lastfall konnte die Fischbauchklappe bisher nicht gegen den Unterwasserstand abgelegt bzw. geöffnet werden.

Nach einer Funktionsprüfung und Leistungsmessungen am Antrieb, theoretischen Voruntersuchungen zu hydraulischen Effekten und Prüfung der Antriebsauslegung sowie vielen statischen Berechnungen konnten viele Annahmen entkräftet, aber kein eindeutiger Grund für die Fehlfunktion benannt werden. Deutlich zeigte sich, dass eine Ballastierung der Fischbauchklappe dem vollständigen Öffnen zuträglich sein würde. Der Antrieb war dafür ausgelegt. Die Lahmeyer Hydroprojekt GmbH empfahl daher einen reversiblen Feldversuch. Zur Ballastierung wurde rückgetrocknete Hochofenschlacke empfohlen, um in den dichten hohlen Innenraum keine Feuchte einzutragen. Die Schlacke kann bei Bedarf mit Industriesaugwagen wieder entnommen werden.

Nach der Befüllung mit 42 Tonnen Schlacke aus 1-m³-Big-Bags und Betonierkübeln an einem 130-Tonnen-Kran konnte im Oktober 2018 zusammen mit der Funktionsprobe des Palmengartenwehrs am Einlauf des Elsterbeckens der Erfolg der Ballastierung nachgewiesen werden. Zur Zufriedenheit des Kunden legte sich die Fischbauchklappe erstmalig seit der Bauzeit bei Überströmung vollständig bis 100 %. Eine zukünftige endgültige Ballastierung z. B. mit Beton kann im Rahmen einer größeren Instandsetzung durchgeführt werden. 

Martin Stärker – Dresden