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15.08.2019

Hochwasserschutz „Schnauder – Meuselwitz“

Feierliche Verkehrsfreigabe

Die Stadt Meuselwitz hatte 2014 die Tractebel Hydroprojekt GmbH (THP) mit Planungsleistungen für den Hochwasserschutz im Bereich Zipsendorf und Geschwister-Scholl-Straße beauftragt. Im April 2018 begann die bauliche Umsetzung der von THP geplanten Hochwasserschutzmaßnahmen. Im Juli 2019 konnten die Hauptarbeiten des Vorhabens erfolgreich zum Abschluss gebracht werden.

Am 5. Juli 2019 war es soweit: Lars Schaarschmidt (THP), Landrat Uwe Melzer, Bürgermeister Udo Pick und Bauleiter Olaf Pilz (Krause & Co.) durchschnitten feierlich das Band über die neue Schnauderbrücke. Damit fanden die Hauptarbeiten zum Hochwasserschutz in Zipsendorf ihren würdigen Abschluss.

 Ausgeführt wurden die Bauleistungen von der Arbeitsgemeinschaft Krause & Co. Hoch-, Tief- und Anlagenbau GmbH aus Neukirchen/Erzgebirge und Reif Baugesellschaft mbH & Co. KG aus Schkeuditz. THP war während der Realisierung für die örtliche Bauüberwachung, die Bauoberleitung und die ökologische Baubegleitung verantwortlich. Zwischen Bahndamm und Geschwister- Scholl-Straße wurden zu beiden Seiten der Schnauder Hochwasserschutzwände errichtet, die eine Ausuferung der Schnauder bis zum HQ100 verhindern sollen. Dazu wurden auf insgesamt 550 m Länge Spundbohlen eingebracht und Anschlusswälle zum Bahndamm und zur Straße gebaut. Um die Auswirkungen der HWS-Wände auf die Wasserführung bei Hochwasser zu kompensieren, wurde das Abflussprofil der Schnauder einseitig aufgeweitet.

Die Straßenbrücke in der Geschwister- Scholl-Straße wurde um 1,0 m angehoben. Zukünftig kann das HQ100 mit einem Freibord von 30 cm zur Brückenunterkante abfließen. Die Brücke erhielt einen neuen Überbau, die vorhandenen Widerlager wurden erhöht und die Straße mit kurzer Rampe angehoben.

Für die Ableitung großer Hochwässer ab ca. HQ50 wurde im Nebenschluss zur Schnauder eine Flutmulde mit Überlaufschwelle errichtet. Außerdem wurden Versorgungsleitungen umverlegt, ein Straßendurchlass in der Geschwister- Scholl-Straße vergrößert und der angeschlossene Entwässerungsgraben ertüchtigt.

Um zu vermeiden, dass die geschützten Gebiete in Zipsendorf bei Starkregen und gleichzeitigem Hochwasser über das kommunale Kanalnetz geflutet werden, wurde der vorhandene Stauraumkanal DN 1200 gemäß Planung erweitert. Eingebaut wurden rund 170 m Stahlbetonrohre DN 1500. Das vorhandene obere Entlastungsbauwerk wurde durch ein am unteren Ende des Stauraumkanals angeordnetes Auslaufbauwerk ersetzt. Über drei eingebaute Rückschlagklappen DN 900 kann das Kanalnetz zukünftig auch bei HQ100 entlastet werden. Ferner wurde zur Sicherung der Rückstauebene nachfolgender Leitungsabschnitte auf dem Werksgelände der bluechip Computer AG in eine vorhandene Transportleitung ein Drosselschacht eingebaut. Die Umsetzung der von der EU mit EFRE-Mitteln geförderten Hochwasserschutzmaßnahme an der Schnauder im Auftrag der Stadt Meuselwitz war auch für den Landkreis Altenburger Land wichtig. Der Landkreis konnte auf die Umsetzung lokaler Hochwasserschutzmaßnahmen für die Staatliche Regel- und Medienschule „Geschwister Scholl“ verzichten.

Olaf Schneider – Weimar

Abflussprofil der Schnauder mitHWS-Wänden und Schnauderbrücke