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14.08.2020

Hochwasserschutz für die Stadt Zeitz

Einbau der Spundwände

Mit dem Junihochwasser 2013 an der Weißen Elster wurde der nicht ausreichende Hochwasserschutz in der Stadt Zeitz deutlich. Große Teile des Stadtgebietes wurden überschwemmt. Im Zuge dessen beauftragte der Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt die Planung für den Ausbau des vorhandenen Deiches Salsitz, km 0,0 bis 1,15, der derzeitig keinen Schutz vor einem HQ100 bietet.

Die Instandsetzung des Deich Salsitz in Zeitz ist Bestandteil der Hochwasserschadensbeseitigung des Junihochwassers 2013 und der Hochwasserschutzkonzeption des Landes Sachsen-Anhalt. Die Erhöhung der linksseitigen HWS-Anlage der Weißen Elster erfolgt auf vorhandener Trasse durch den Einbau einer überstehenden Spundwand. Die bestehende HWS-Anlage wird von einer Vielzahl von Kabeln und Leitungen gekreuzt.

Am Deichkilometer 1 + 065 quert der Hasselbach, ein Gewässer 2. Ordnung, die HWS-Anlage. Im Extremfall staut die Weiße Elster in den Hasselbach und führt zu einer Überflutung des im Hinterland liegenden Industriegebietes bzw. des Zeitzer Stadtgebietes. Zur Verhinderung des Rückstaus wurde daher der Neubau eines Absperrbauwerkes zur Schließung der Deichlücke geplant.

Das Absperrbauwerk ist eine statisch eigenständige Stahlbetonkonstruktion (Trogprofil) mit einer Rechtecköffnung als Durchlass. Als Verschlussorgan dient ein Gleitschütz aus Edelstahl, welches mit mobilem Antriebsschlüssel handbetrieben wird. Die Ausbildung des Absperrbauwerkes, insbesondere die des Sohlgerüstes, gewährleistet die ökologische Durchgängigkeit. Die Verschlussebene kann sich selbstständig in der Sohle mit Feinsedimenten verfüllen. Zur Sicherstellung des Schutzes vor einem HQ100 der Weißen Elster sind die Bauwerkswände der Anlage auf ein Höhenniveau mit der anstehenden HWS-Anlage gesetzt.

Der Start der Bauausführung erfolgte im Mai 2020. Beauftragt mit der Bauausführung wurde die Steinle Bau GmbH mit Sitz in Oschatz. Zu Beginn erfolgten die Kampfmittelräumung, archäologische Untersuchungen sowie Suchschachtungen nach bestehenden Leitungs- und Kabeltrassen.

Derzeit erfolgt der Einbau der Spundwände sowie die Vorbereitungen zur Errichtung des Absperrbauwerkes Hasselbach. Die Tractebel Hydroprojekt GmbH ist als Bauoberleitung vor Ort. Vorgesehenes Bauende ist im Frühjahr 2021.

Albrecht Köhler – Weimar

Eingebaute Spundwände