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25.06.2018

Hochwasserschutz für die Stadt Passau

Kreuzende Bahnstrecke

Der Freistaat Bayern, vertreten durch das Wasserwirtschaftsamt Deggendorf, plant den Hochwasserschutz an der Donau für die Stadt Passau zu erhöhen. Die Lahmeyer Hydroprojekt GmbH wurde mit der Tragwerksplanung für das 1.250 m lange Teilstück am Werksgelände der Zahnradfabrik Friedrichshafen AG (ZF) sowie des westlich davon liegenden Ortsteils Lindau beauftragt.

Da insbesondere das Werksgelände der ZF systemrelevant für die Fahrzeugindustrie ist, wird der Hochwasserschutz für ein HQ500  zuzüglich 20 cm Freibord ausgelegt.

Der Hochwasserschutz wird durch massive, auf Spundwänden bzw. Bohrpfählen gegründete Hochwasserschutzwände, mobile Verschlüsse und abschnittsweise durch einen Deich mit Innendichtung hergestellt. Die Deichinnendichtung wird in statischer Hinsicht nicht tragend ausgeführt, so dass hier ein höherer Freibord zu berücksichtigen ist. Neben einigen Straßen wird auch die (derzeit stillgelegte) Bahnstrecke Passau–Hauzenberg gequert und ist durch mobile Elemente zu sichern.  Die sich ergebenden freien Wandhöhen von bis zu 3,30 m werden aus optischen Gründen wasserseitig durch Verwendung von Strukturmatrizen aufgewertet. Als Regelbauweise ist eine massive Wand mit beidseitigem Anzug von 20 : 1 vorgesehen, die über einen Kopfbalken auf bis 9 m langen Spundbohlen gegründet ist. Der Kopfbalken wird fugenlos ausgeführt während die auskragende Wand Bewegungsfugen erhält. In Bereichen mit direkt angrenzenden Gebäuden wird die Wand auf einem Pfahlbock gegründet, um keine Lasten in die Bestandsgebäude einzutragen. Die gebäudenahen Pfähle mit Durchmesser 600 mm werden im sogenannten „Vor der Wand-Verfahren“ hergestellt. Eine der Pfahlreihen wird dabei als überschnittene Bohrpfahlwand zur Sicherstellung der Dichtwirkung ausgeführt.

Für die erforderliche Binnenentwässerung sind vier Pumpwerke, zwei Ausleitbauwerke sowie ein Einleitbauwerk zum Anschluss einer Druckleitung DN 2000 vorgesehen. Die bis zu 7 m unter Gelände liegenden Pumpwerke sind gegen Auftrieb zu sichern. Wegen der unmittelbaren Nähe zur Donau ist hier eine wirtschaftliche Wasserhaltung in den Baugruben nicht möglich. Es ist daher vorgesehen mit einem umlaufenden Spundwandkasten und rückverankerter Unterwasserbetonsohle einen dichten Baugrubenverbau herzustellen.
Marco Sommerwerk – Weimar