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10.09.2018

Flussbau heute – Gewässerentwicklung Zorge

Die Zorge im Bereich Windehausen

Im Oktober 2016 wurde der Lahmeyer Hydroprojekt GmbH (LHP) der Zuschlag im Vergabeverfahren „Generalplanung für Maßnahmen zum Hochwasserschutz und zur Gewässerentwicklung im Bereich der Ortschaften Windehausen und Heringen“ im Mündungsbereich der Zorge in die Helme erteilt. Das Projektgebiet liegt im Landkreis Nordhausen in Nordthüringen. Vorhabensträger ist die Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie. Zurzeit erarbeitet LHP die Genehmigungsunterlagen für das ab 2019 durchzuführende Planfeststellungsverfahren.

Der Hochwasserschutz für Windehausen und das Industriegebiet Heringen wird durch Deiche und Mauern für das Schutzziel HQ100 hergestellt. Der die Zorge-Aue querende Straßendamm einer Kreisstraße wird in zwei Bereichen abgesenkt und als Überlaufstrecke hergestellt. Die Kreuzung der Hochwasserschutz-Trasse mit dem Krumbach, einem Gewässer 2. Ordnung, erfolgt über ein Absperrbauwerk.

Die naturnahe Gewässerentwicklung an der Zorge beinhaltet auf einer Länge von ca. 3 km die Gewässeraufweitung zur Herstellung der Abflusskapazität für ein HQ10 und das Einbringen von Elementen
zur Strukturverbesserung sowie Pflanz- und Saatarbeiten. Weiterhin ist die Ausweisung des erforderlichen Gewässerentwicklungskorridors Planungsbestandteil. Die Maßnahmen schaffen die Voraussetzungen für eine Verbesserung der Gewässerstruktur durch die eigendynamische Umgestaltung der Zorge. Die Strukturanreicherung der Zorge zum Erreichen des Maßnahmenziels wird nicht in vollem Umfang gebaut, sondern es werden Uferverbauungen als Hindernisse für die Selbstrenaturierung des Flusses beseitigt und Elemente zur Förderung der eigendynamischen Umgestaltung eingebracht. Diese Initiierung der Eigendynamik sichert zum einen eine wirklich naturnahe Gewässerentwicklung und zum anderen einen effizienten Mitteleinsatz. Tim Hofmann, Albrecht Köhler, Lars Schaarschmidt – Weimar