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26.07.2020

Fertigstellung Wehrbauwerk am Ableiter Tagebaurestsee Sedlitz

Luftbild Wehrbauwerk und gedichtetes Gerinne (Foto: STRABAG)

Durch die Beendigung der Braunkohleförderung im Lausitzer Revier entsteht aus den ehemaligen Tagebauen nördlich von Senftenberg die zukünftige Lausitzer Seenkette (Einzugsgebiet ca. 200 km²). Diese wird derzeit kontrolliert aus dem aufsteigenden Grundwasser und der vorhandenen Vorflut gefüllt.

Vier der entstehenden Seen (Großräschener See, Geierswalder See, Partwitzer See und Sedlitzer See) sind zukünftig direkt miteinander verbunden, so dass zusammenhängend eine Bewirtschaftungslamelle von 38,9 hm³ und eine Hochwasserlamelle von 9,3 hm³ entstehen. Die Steuerung dieser vier Seen so- wie der gesamten Seenkette soll zukünftig über das neu zu schaffende Ableitersystem/Vertiefung Rainitza durch Anbindung an die Schwarze Elster erfolgen. Dabei ist die Anlagensicherheit direkt für die vier Seen sowie indirekt für die Lausitzer Seenkette und die Bewirtschaftung der Betriebs- und Hochwasserlamelle zu gewährleisten.

Im Auftrag der Lausitzer und Mit- teldeutschen Bergbau-Verwal- tungsgesellschaft (LMBV) wird durch Tractebel Hydroprojekt seit 2014 der Anschluss der entstehen- den Seenkette vom zukünftigen Sedlitzer See an die Schwarze Elster geplant und die Bauausführung überwacht. Die Planung beinhaltet neben dem neu herzustellenden gedichteten Gerinne (Ableiter ca. 0,9 km, Rainitza ca. 1,9 km) mit 7,0 m Sohlbreite, ein 2-feldriges Wehrbauwerk, ein 2-feldriges Sielbauwerk, ein Trogbauwerk, eine Wildbrücke, die zu- gehörigen Freianlagen und ca. 5,8 km Wirtschaftswege (siehe auch report Nr. 63). Zur nachhaltigen Sicherung der Bewirtschaftung wurde am Einlauf des Ableitersystems ein Wehrbauwerk mit paralleler Wassergütemessung und einer Pegelanlage zur Ermittlung der Abgabemengen errichtet.

Das 2-feldrige Wehrbauwerk (Feld- breite je 5 m) wurde mit Doppel- hubschützen ausgestattet. Für das Faltwerk als Tragsystem wurde Baustahl mit passivem Korrosionsschutz eingesetzt. Die Stellbewegung erfolgt mittels steigender Spindeln und E-Antrieb, die vom Bediensteg aus zugänglich sind. Zur Sicherstellung des Winterbetriebs wurde eine Dichtflächen-Begleitheizung und eine Luftsprudelanlage umgesetzt. Mit einer automatischen Steuerung wird der Oberwasserstand im Sedlitzer See reguliert. Für die Stromversorgung der Wehranlage wurde eine neue Trafostation errichtet. Im Revisionsfall kommen Aluminium-Dammbalken zum Einsatz, die mithilfe eines Zangenbalkens gesetzt werden können. Außerhalb der Revisionszeiten erfolgt die Lagerung im ebenfalls neu errichteten Dammbalkenlager.

Matthias Höhne – Freiburg i. Br., Dr. Holger Haufe – Dresden