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20.03.2018

Feierliche Verkehrsfreigabe für die Schleuse Zerben

Am 19. März 2018 wurde durch die Herren Ferlemann (Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur) und Prof. Witte (Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt – GDWS) die zweite Schleuse Zerben am Elbe-Havel-Kanal bei Magdeburg für den Verkehr freigegeben. Die neue Schleuse und der Elbe-Havel-Kanal sind Teile des VDE 17, mit dem die Häfen und die Wirtschaftsstandorte im Raum Berlin, Brandenburg und Magdeburg gleichwertig an das westliche Wasserstraßennetz (Mittellandkanal, Hafen Hamburg und Rhein) angeschlossen werden.

Durch den Ausbau sollen zukünftig Großmotorgüterschiffe bis 2.000 t sowie 185 m lange Schubverbände bis 3.500 t Tragfähigkeit und 2,80 m Tiefgang die Ost-West-Verbindung befahren können. Die Baukosten liegen nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums bei 62 Mio. €.

Die Lahmeyer Hydroprojekt GmbH erbringt seit 2008 Leistungen zur Qualitätssicherung, Montageüberwachung und technischen Beratung in den Fachbereichen Stahlwasserbau, Maschinen-, Elektround Nachrichtentechnik für das Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg an verschiedenen Schleusen. Dazu zählen die Niedrigwasserschleuse Magdeburg im Rothenseer Verbindungskanal, die Schleuse Wusterwitz und die Schleuse Zerben.

Neben der Schleusenausrüstung – u. a. zwei Stemmtorpaare, vier Längskanalverschlüsse, acht Längskanalrevisionsverschlüsse, ein Stoßbalken, zwei Schleusenrevisionsverschlüsse einschließlich aller festen Teile und Nebenbauteile wie Lagergestellen und Hebezeuge – wurde die Ausrüstung von zwei Wehren mit 5 m breiten Fischbauchklappen sowie vier zugehörigen Revisionsverschlusstafeln überwacht. Zur technischen Überwachung gehörten Werkstattfertigungen des Stahlbaus und des Korrosionsschutzes nach BAWMeKS 2012 und die Montageüberwachung auf der Baustelle. Die Leistungen der Fertigungsüberwachungen beinhalteten zerstörungsfreie Prüfungen wie Sicht-, Maß-, Rauheits-, Klima-, Schichtdickenprüfungen sowie Kontrollen von Materialien, Geräten und eingesetztem Personal.  Maschinentechnische Teile wie die Elektrohubzylinder für die Wehre, Tore und Längskanalverschlüsse und die Hebebockanlage des Stoßschutzbalkens wurden ebenfalls im Werk geprüft bevor sie auf die Baustelle geliefert werden durften. Auch die Elektro- und Nachrichtentechnik wurde einer umfangreichen Qualitätssicherung unterzogen. Dazu gehören Lichtanlagen, Lichtsignalanlage, Videomasten, Schifffahrtszeichen, Sprechstellen, Antriebs- und Heizungsanschlüsse an den Wehren, in den Vorhäfen, Einfahrtsbereichen und in der Schleuse selbst sowie das Steuerungsnetzwerk im Schleusenbetriebsgebäude. Neben Prüfung eingereichter Werksplanungen wurden Prüfungen der Schaltanlagen ab Hersteller durchgeführt. Auf der Baustelle wurde die Ausführung auf Übereinstimmung mit den geprüften Unterlagen sowie den geltenden Normen und Richtlinien kontrolliert.

Nach Beteiligung an der 1. Bauwerksinspektion der beiden Wehre im Zuge der VOB-Abnahme erfolgt derzeit für die Ausrüstungsgewerke die Prüfung der Revisionsunterlagen, der Fertigungsdokumentationen, der Bestandspläne sowie der Bedienungs- und Wartungsanweisung.

Aus der langjährigen Projektbearbeitung sei besonders die hervorragende Zusammenarbeit mit den zuständigen Mitarbeitern des WNA Magdeburg in den o. g. Gewerken hervorgehoben.
Martin Stärker – Dresden