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15.07.2019

Erfolgreiche Reparatur eines Havarieschadens an der Schleuse Riedenburg

Die Schleuse während der Reparaturarbeiten (Foto: Patrick Zell, WSA Donau MDK)

Nachdem am Abend des 5. Juni 2019 ein Fahrgastschiff das untere Schleusentor der Schleuse Riedenburg am Main-Donau-Kanal beschädigt hatte, ließ sich das Stemmtor nicht mehr schließen. Der Schiffsverkehr auf dem gesamten Main-Donau-Kanal kam zum Erliegen. Zwischenzeitlich mussten 115 Schiffe eine „Zwangspause“ einlegen und der Stau dehnte sich auf mehr als 200 km aus.

Durch die Anfahrung des Fahrgastschiffes wurden der Kantenschutz sowie die dazugehörige Dichtfläche des Untertors beschädigt. Nachdem die 190 m lange, 12 m breite sowie 13,4 m tiefe Schleusenkammer nach dem Setzen von Revisionsverschlüssen leergepumpt worden war, konnte das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Donau MDK den Schaden begutachten. Auf einer Länge von mehr als 5 m wurden der Kantenschutz sowie die Verankerung aus dem Massivbau der Schleusenkammer gerissen.

Der Geschäftsbereich SBE Magdeburg der Tractebel Hydroprojekt GmbH wurde kurzfristig damit beauftragt, den neuen Kantenschutz für das Untertor aus konstruktiver Sicht zu bewerten und einen statischen Nachweis der neuen Konstruktion zu liefern. Die Besonderheit darin lag im engen Zeitraum zwischen Planung, Prüfung und Ausführung. Innerhalb von wenigen Tagen wurde die Konstruktion statisch nachgewiesen und nahezu parallel gefertigt. Ein besonderes Augenmerk erfolgte hierbei auch auf die jeweiligen Montagezustände. Auf Grund von Fertigungs- und Lieferzeiten der Bauteile wurden bereits während der Berechnung erste Zwischenstände übermittelt und drauf basierend die Herstellung durchgeführt.

Dank der reibungslosen und fehlerfreien Zusammenarbeit der beteiligten Firmen und dem WSA Donau MDK konnte so innerhalb von 14 Tagen nach Beschädigung des Kantenschutzes die Schleuse nach dem Ausrichten des Schleusentores sowie einem Probedurchlauf wieder in Betrieb genommen werden. Die Ironie des Schicksals ließ nicht lange auf sich warten, nur eineinhalb Wochen nachdem das Untertor repariert war, wurde am Obertor erneut ein Kantenschutz beschädigt, wodurch die Schleuse wieder für eine Woche außer Betrieb genommen werden musste.

Mathias Kant – Magdeburg

 

Beschädigter Kantenholm im Bereich der Wasserlinie am Untertor