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18.05.2020

Energetische Nachnutzung von Tagebaurestlöchern

Tagebau Inden im Rheinischen Tagebaurevier zwischen Eschweiler und Jülich (Quelle: GTB Aachen)

Unterirdische Wasserkaverne zur Speicherung Erneuerbarer Energien im Tagebaurestsee – dieses Zukunftsszenario eines neuartigen Pumpspeicherwerkes im Rheinischen Tagebaurevier Garzweiler, Hambach und Inden wurde von der Tractebel Hydroprojekt GmbH in einer Konzeptstudie zur energetischen Nachnutzung von Tagebaurestlöchern in Nordrhein-Westfalen untersucht.

In der vom Land Nordrhein-Westfalen beauftragten Studie wurden zunächst umfangreiche Grundlagenuntersuchungen in den Bereichen Geologie, Hydrologie und Hydrogeologie sowie eine Standortanalyse durchgeführt, bei der etwa 25 topographisch mögliche Pumpspeicherstandorte in der Tage bauregion identifiziert und bewertet wurden.

In verschiedenen technischen Grundkonzepten wurde untersucht, inwieweit sich ein neues Pumpspeicherwerk in die zukünftige Regionalplanung der Landesregierung, die eine dauerhafte Flutung der Tagebaurestlöcher nach Beendigung des Kohleabbaus vorsieht, integrieren ließe. Die speichertechnisch attraktivste Pumpspeichervariante stellt die Konzeption eines im Bereich der tiefliegenden Restlochsohle gelegenen unterirdischen Kavernenspeichers als Unterbecken im später mit Wasser gefüllten Tagebaurestsee dar. Das zugehörige Oberbecken würde entweder am Rand des Restlochs oder auf einer höher gelegenen künstlichen Halde errichtet werden. Bei einer derartigen PSW-Anlage könnten im Tagebaugebiet Fallhöhen von bis zu 600 m generiert werden. Der Tagebau Hambach mit dem tiefsten Restloch wäre dabei der am besten geeignete Standort. Auf jeden Fall bietet die Planung, Bau und Betrieb eines Pumpspeicherwerkes eine Zukunftsperspektive für die Tagebauregion nach Abbauende. Da die von der Bundesnetzagentur geplante Nord-Süd-Neubautrasse in der Nähe des rheinischen Reviers verlaufen würde, wäre ein dort gelegenes Pumpspeicher werk ideal für die Zwischenspeicherung der im Norden des Landes eingespeisten Windenergie.

Matthias Feldmann – München